Jean-Philippe Toussaint: Nackt




Roman
Aus dem Französischen von Joachim Unseld
Schön gebunden
Farbiges Vorsatzpapier

1. September 2014
€ 19,90 | € 20,50 (A) | CHF 29,50 (UVP)
Etwa 160 Seiten
ISBN 978-3-627-00202-2

 

Ein Kleid aus Honig bildet den Höhepunkt der Herbstkollektion, die Marie in Tokio präsentiert. Nackt, nur mit glänzender Süße überzogen, schreitet das Mannequin über den Laufsteg, gefolgt von einem lebenden Bienenschwarm. Ein erhabener und doch fragiler Moment, der erst Perfektion erlangt, als die minutiöse Planung dramatisch scheitert ... Mit dieser umwerfenden Szene beginnt der neue Roman von Jean-Philippe Toussaint um die Modeschöpferin Marie Madeleine Marguerite de Montalte.
Am Ende des gemeinsamen Sommers wartet der Erzähler vergeblich am Fenster seiner Pariser Wohnung auf ihren Anruf. Seine Erinnerung führt in zurück zu der Nacht in Tokio, als er Marie durch ein Fenster auf dem Dach eines Museums beobachtete und ihr in Gedanken sagte, was er nicht laut auszusprechen wagt – dass er sie liebt, auch später nicht, vielleicht aus Angst, sein Bild von ihr, diese zerbrechliche Schichtung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, könnte unwiederbringlich zerfallen. Als sie ihn schließlich doch anruft, im herbstlichen Paris zwei Monate später, um ihn nach Elba einzuladen, wirkt Marie gegenwärtiger, wirklicher als je zuvor. Bei ihrer Ankunft liegt über der Insel nach einem Feuer in einer Schokoladenfabrik ein kakaogeschwängerter Schleier, den der Regen allmählich aus der Luft wäscht. Und noch etwas stimmt nicht: Jemand ist in Maries Schlafzimmer eingedrungen. Dort, im Dunkeln des verlassenen Hauses, endet das stetige Umkreisen der Liebenden in einer entblößten Empfindung, die zugleich jeder Entzauberung entgeht.

 

 
 


 
 





 
 




Jean-Philipe Toussaint auf France Culture

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Fließende Form und exzentrischer Inhalt fallen in diesem Liebes- und Kunstroman, der zu den schönsten des Sommers gehört, vollkommen ineinander. | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Toussaint zeigt sich einmal mehr als Literat, der seine Leser sehen, riechen, denken, fühlen lässt. | Kulturspiegel

Nackt ist auch ein Buch über seelische Entblößung. So überzeugend geschrieben, dass die Frage nach Logik fast peinlich sein kann. | Welt Kompakt

Der Belgier Jean-Philippe Toussaint gehört zu jenen Autoren, die von ihrem ersten Auftritt an einen ganz besonderen, unverwechselbaren Ton gefunden haben. | BR2

Ein großartiges Finale dieses Vierteilers. (...) Mit Nackt bleibt Toussaint auf der Höhe seiner Erzählkunst (...). | Kölner Stadtanzeiger