Jean-Philippe Toussaint: Fußball




Aus dem Französischen von Joachim Unseld
Schön gebunden
Farbiges Vorsatzpapier

1. März 2016
€ 17,90 (D) | € 18,50 (A)
128 Seiten
978-3-627-00227-5

 

Leseprobe

Jean-Philippe Toussaint hat ein besonderes Buch über Fußball geschrieben, eine Liebeserklärung, ein Staunen über das Einmalige und Faszinierende dieser Sportart, eine Hommage an die Stadien, an die Leidenschaft der Zuschauer, die unvergänglichen Farben der Nationaltrikots und an das absolute Grün des Rasens im hellen Schein des Flutlichts. Es ist ein Buch über das, was Fußball auslöst, ob im Kind oder Erwachsenen, verlorengegangene Empfindungen und vergrabene Erinnerungen werden wachgerufen. Meisterhaft versteht sich Toussaint in seinen kurzen Geschichten vom Fußball auf die Details der Details und zeigt dabei jene äußeres Unheil abwendende, wundervolle Wirkung des Fußballspiels im Moment des Betrachtens.
Der Schriftsteller erzählt in einem zweiten Teil von fünf Fußball-Weltmeisterschaften und wie lebensnahe, dem Autor eigentlich wesensfremde Bilder sich mit seinen Romanwelten überlagern und in die poetische, zerbrechliche Allgegenwart der Literatur eindringen. So ist Fußball eine wunderbare autobiographisch-philosophische Abschweifung, die Liebeserklärung eines Intellektuellen an eine der wenigen Leidenschaften, die neben der Literatur Bestand hat.

Dieses Buch wird niemandem gefallen, den Intellektuellen nicht, die sich nicht für Fußball interessieren, den Fußballliebhabern nicht, die es zu intellektuell finden werden. Aber ich musste es schreiben, ich wollte nicht den zarten Faden zerreißen, der mich noch mit der Welt verbindet. | (Aus: Fußball)

 

 
 


 
 





 
 


Jean-­Philippe Toussaints Leidenschaft für Fußball ist spürbar. In seinem Buch hat sich der 58-­Jährige auf eine sehr zarte und intelligente Art dem Volkssport Nummer eins genähert. (...) Mit seinen literarischen Miniaturen veredelt Toussaint den Fußball, bringt ihn zum Glänzen. | 3sat Kulturzeit

Ein Buch, wie es noch nie über den Fußball geschrieben wurde. Es ist ein Buch über das, was Fußball auslöst. (...) Das Buch „Football“ erzählt die Geschichte einer einsetzenden Liebe für das Spiel als Phänomenologie. | Niklas Maak, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Toussaints Buch lässt sich keinem Format wirklich zurechnen. Er schweift ab, er „trödelt herum“, er weiß das, muss sich auch nicht dafür entschuldigen, und das hat sehr viel zu tun mit seinem Verfahren, nicht das Geschehen auf dem Platz zu analysieren, sondern dessen vielfältige Echos. Toussaint erzählt von den ungeheuren Wirkungen, die das gesamte Erlebnis auslöst, die Atmosphäre auf dem Weg zum und im Stadion, die Stimmung auf dem Heimweg. | Peter Körte, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Wenn Toussaint über Fußball schreibt, dann schrebt er nicht in erster Linie über Fußball, sondern gegen die Todesangst an, gegen das Vergehen der flüchtigen Schönheit, die es festzuhalten gilt, bevor sie für immer verloren ist. (...) So leicht, klug und todernst wie er schaut sonst kaum einer auf diesen Sport, der so viel mehr ist als ein Spiel. | Süddeutsche Zeitung

Toussaint hat mit Fußball das anrührendste aller EM-Vorbereitungsbücher geschrieben. (...) Sein autobiografischer Bericht erfasst den Fußball von seiner emotionalen, quasi anthropologischen Seite und schert sich wenig darum, welchem Spielsystem welcher Sieg zu verdanken ist. | Die Welt

Toussaints Buch ist ein Fest des Details, aber auch der Reflexion. (...) Wunderbar, wie sich Toussaint in scheinbar Nebensächlichem verliert, wie er sozusagen oft den direkten Weg zum Tor meidet. (...). Fußball ist eine außergewöhnliche Lektüre, nicht nur für den, dem die Standardprosa der traditionellen Fußballreportage zu den Ohren rauskommt. | ZEIT Online

Wenn Toussaint über Fußball schreibt, ist auch Literarisches im Spiel: Gefühle aus der Kindheit, der Umgang mit Erinnerungen oder das Verrinnen der Zeit, das beim fiebernden Verfolgen eines Matchs kurz stoppt. Ganz wie beim Lesen eines guten Buchs. | NZZ am Sonntag

"Unser Spiel währet neunzig Minuten" | Vorabdruck in der Literarischen Welt